23 Mai 2015

Bittersüß


... und da die Patriarchatskritik ein Teil des Postpartriarchats ist, 
hier eine süße Sichtweise auf das Phänomen: ...die Süße der Patriarchose
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21 Mai 2015

Postpatriarchat oder matrifokale Gemeinschaft

Das Postpatriarchat - für mich hat dieser Begriff so ein Flair von postapokalyptisch - ist die unmittelbare Zeit nach dem Patriarchat. Es suggeriert, dass eine Art Paradigmenwechsel stattgefunden bzw. sichtbar im Gange ist. Ich kann dergleichen noch nicht feststellen. Der Begriff Postpatriarchat bezeichnet also keine konkrete Gesellschaftsform, sondern bringt nur die Hoffnung zum Ausdruck: das Ende des Patriarchat ist gekommen.
Einige tun so als hätte sie bereits begonnen, die Zeit danach - das Postpatriarchat – die noch nicht definierte Zukunft unserer globalen Gesellschaft. Meiner Meinung nach ist derzeit gar nichts „post“. Und weder der Beginn noch das Gefüge, des zu erwartenden gesellschaftlichen Öko- und Wertesystems einer zukünftigen Weltgesellschaft, ist bisher umrissen. Wie und wann wird in dieser Ära des Postpatriarchats stattfinden? Was folgt nach dem Patriarchat und wie könnten sich tatsächlich die ernsthaften Schritte des Übergangs gestalten? Welche Art eines Gesellschaftsgefüges wird sich aus der jetzigen, für alle so drückenden Patriarchose entwickeln und was, wenn die Nutznießer der derzeitigen Kultur die Macht einfach nicht aus den Händen geben wollen?
Ich weiß, dass da eine gern zitierte Vision im Raum steht: Mann und Frau als autarke, also vollkommen unabhängige* Individuen, welche sich aus Liebe und nach Bedarf zusammen tun und innerhalb gewisser, biologisch vorgegebenen, Lebensabschnitte für einen Fortbestand der Art sorgen, ohne ein Sippengefüge aufkommen zu lassen. Sozusagen die Fortführung des Eheideals auf höchstem Niveau, jedoch ohne das strenge Reglement des (christlichen) Ehegedanken. Gleichzeitig unter Vernachlässigung der relevanten elementaren Kindheitsphase und möglichst ohne Wahrnehmung des biologischen Alterungsprozesses. Der naiv vorgegebene, gesellschaftlich Leitsinn zielt immer noch auf das Ideal der dauerhaften Partnerschaft hin, welche jedoch nicht verpflichtet ist eine (kollektiv relevante) Altersabsicherung zu gewähren.

(*auch wirtschaftlich

Ich kenne solche futuristischen Trugbilder noch aus der Zeit meiner Jugend, die ich im sozialistischen Umfeld von staatlicher Indoktrination und dem dazu passendem Schulsystem erlebte. Daher fällt es mir auch schwer, mir das Postpatriarchat als eine funktionierende Partnerschaftsgesellschaft (ohne die ursprüngliche Sippenbindung) vorzustellen. Das ist für mich genauso unrealistisch, wie einst die kommunistischen Gesellschaftsmodelle einer marxistisch - leninistischen Ära, die ähnliche utopische Ideen pflegten, dabei auf technischen Fortschritt setzten und im sozialen Bereich diffus eine allgemeine Verbrüderung als tragendes Element annahmen. Auch hier wurde weder der Schwestern, noch der Mütter und Töchter gedacht.

Wie wird sich also, wenn es soweit ist, die postpatriarchalische Gesellschaft entwickeln? Aus welchen, heute bereits wirksamen Impulsen geht das neue Paradigma hervor? Wird der Mann, die ihm bisher (durch göttliche Fügung) beigegebene Gehilfin „Frau“, zu seiner Nenn-Partnerin machen und ab sofort auf jede weibliche Ausbeutung verzichten? Oder strampelt sich der Großteil der Frauen frei und findet nach dem individuellen das kollektive Bemühen der Frauen statt, den Mann überhaupt erst partnerschaftstauglich auszubilden, damit für jede/n ein ersprießliches und Nähe garantierendes Zusammenleben gewährleistet werden kann?

Findet im Postpatriarchat nach der Sozialisierung des Machoman dann eine Art permanenter Singlebörse als einziger Sinn der Lebensgestaltung statt? Und wo ist der Ort der Sozialisierung des postpatriarchaltauglichen Mannes? In der bereits etablierten Kleinfamilie wohl nicht, das hat bisher kaum geklappt? Oder durch alleinerziehende Mütter oder Väter? In dem Gewirr der modernen Patchworkfamilien-Landschaft oder gar in einem, einer matrifokalen Sippe nachgebildeten Wahlclan  Um weiterhin weit weg von mütterlichen oder blutsverwandten Verbandelungen, das erwachsene, bindungsarme, autarke Individuums auf die Suche nach Partnern zu schicken, die ebenso unter den Defiziten der modernen Vereinzelung leiden? Der Dreh- und Angelpunkt scheint auch für die Zukunft immer noch in einer differenzierten Neuordnung des Geschlechterverhältnis innerhalb oder außerhalb einer Bindungsgemeinschaft zu liegen. Es wird ihn (hoffentlich) nicht geben, den Gender-Norm-Menschen der Zukunft - für den prinzipiell keine Geborgenheit in einer naturgemäßen menschlichen Herkunftsgemeinschaft vorgesehen ist und der durch den postapokalyptischen Mainstream zum beziehungsbereiten doch bindungsarmen, flexiblen Partner für jedefrau und jedermann geformt zu wird.

Denn unsere Natur können wir nicht abschütteln und so kommt der Mensch immer noch nicht als ein von jeder Fürsorge unabhängiges Wesen zur Welt. Diese moderne Welt ist bekanntlich bereits in allen ihren Ausprägungen vorhanden und besteht scheinbar nur aus fertigen erwachsenen Menschen im besten Erwachsenalter. Sie sind bereits festgelegt und nur anderen Erwachsenen verpflichtet eine Art Ego-Karussell. In dieser Welt haben es die kleinen hineingeborenen Menschlein nicht einfach umfassend das zu bekommen, was sie eigentlich für ihre Lebensaufgabe brauchen.

Wir kommen auf die Welt und müssen als Individuen erst einmal lernen im jeweiligen kulturellen Kontext mit 'männlich' oder 'weiblich' zu interagieren und uns die Anforderungen des späteren erwachsenen Lebens erarbeiten. Die urzeitlichen Menschen (deren Gehirnmuster bei uns noch wirksam sind) wuchsen (über Jahrtausende) unmittelbar in einem Sippengefüge unter Geschwistern und direkten Angehörigen auf und verblieben in der Regel bis ans Ende ihrer Tage in diesen Gemeinschaften. Somit erlebte die Mensch auch permanent jede menschliche Alters- und Entwicklungsphase bei den Anderen und an sich selbst. Die eigenen ineinander fließenden Lebensabschnitte waren (sind) komplex mit denen der Nähemenschen verwoben. Das menschliche Dasein fand eigentlich in unmittelbaren Bindungsfeldern statt, die zklisch verschränkt waren. Dass die Lebensabläufe heutzutage von so vielen wie eine Einbahnstraße gelebt wird, ist der männlichen Dominanz geschuldet, welche alle unsere Alters- und Lebensphasen beherrscht.

Das Patriarchat baut sich vor allem auf die vitale (und aggressive) Lebensperiode des Mannes auf. In dieser Phase eines Männerlebens wurden die heute noch wirksamen hierarchischen Machtpotentiale geschaffen. Hier ist der Mann kein von der Mutter abhängiges Kind mehr und kein von der Gemeinschaft abhängiger alter Mann, sondern immer der starke (gewaltbereite), im Kreis seiner Verbündeten lebende Mann mittleren Alters.

Der wettbewerbende Mann im mittleren Alter ist auch heute noch der Taktgeber unserer Gesellschaftsstruktur. Ein Postpatriarchat würde weiterhin unter den Dominanz des Mannes stehen, da der (sorgende) Vater von jeher nur ein vorgeschobener war. Die Berufung auf die Wichtigkeit der Vaterschaft halte ich eher für eine Kampftaktik und weniger als die Vorstellung, dass der Mann einst seine Bedeutung bei der Entstehung des Nachwuchses erkannte und bereit war in diesem Sinne Verantwortung zu übernehmen. Gewiss, der Sohn hatte für den Vater einen bedeutenden Stellenwert, als hoffentlich verlässlicher Verbündeter, als sein Erbe, als Verlängerung der eigenen Person über den Tod hinaus. Dass diese Konstellation auch immer wieder Konflikte barg ist allerdings auch bekannt. Heute hat das Kind - der Sohn im Sinne von Status - für den in der westlichen Kultur lebenden Mann fast keine Bedeutung mehr. Da heißt es eher: mein Haus, mein Auto, meine Yacht – aber nicht mein Sohn oder gar meine Tochter. Auch wenn es den Anschein hat ich tue hier einer Menge Männer unrecht, läuft, wenn wir genau hinsehen und uns nicht von den neuen Idealen blenden lassen, das volle Patriarchenprogramm immer im Hintergrund mit. 'Pater' bedeutet nun mal wie wir wissen, nicht (leiblicher, biologischer) 'Vater' sondern 'Herr'. Sehr schön ist hier in dem Zusammenhang das Beispiel des Papstes, der ja nun im heutigen Verständnis so gar kein Vater ist, jedoch von seinen Millionen Gläubigen und auch von der atheistischen Welt als (Heiliger) Vater bezeichnet wird.

Nichts finde ich zurzeit schwieriger als den Vaterbegriff. Egal ob leiblich, sozial oder im übertragenen Sinne, es ist die Begrifflichkeit, die mit dem Patriarchat unmittelbar verknüpft ist.
Ich kann mir die Zeit nach dem Patriarchat eigentlich nur als Matria-Gesellschaft, als eine matrifokale Welt in der natürlichen mütterlichen Ordnung, vorstellen. Eine Welt in der wieder die Geschwisterlichkeit ihren Platz hat und das generationsübergreifende Selbstverständnis zu unserem Bewusstsein gehört. Der heutige Partnerschaftsgedanke (fremde Frauen und fremde Männer haben sich lieb und spüren immer und überall ein partnerschaftliches Verständnis) wird sich bei aller Anstrengung höchstens als eine Art Übergangslösung entpuppen, da sie eben auf Fremdheit (Nichtverwandtschaft) basiert. Und daher sage ich es gern immer wieder: es wird nicht funktionieren, da dem Individuum bei dem Gesellschaftsmodell der Partnerschaft, also dem Paarkonzept, die erforderliche Geborgenheit und kollektive Fürsorge entzogen wird. Die geschwisterliche und durch allgegenwärtige Mütterlichkeit geprägte Gesellschaft ist unserer artgerechter Sein und schon immer die angemessenste Form, den Geschlechtern, egal wie vielen, gerecht zu werden.

Nun ist ja Patriarchatsrecht nicht automatisch Männerrecht. Es gibt reichlich Anzeichen dafür, besonders im Hinblick auf das Wirtschaftssystem, dass die uns umgebende Patriarchose hin zu einer maligenen Phallokratie fortschreitet. Nicht der, ohnehin fragwürdige, väterliche Anspruch konditioniert die Gesellschaft, sondern ungezügelte, männliche Hybris weniger Privilegierter, die sich als Drahtzieher der Gesellschaft eher im Hintergrund halten. Auch das Patriarchat war und ist bisher kein Maßanzug für JederMann. Immer wieder müssen wir Frauen mitansehen, dass die wahren Privilegien im Patriarchat auch den Männer nicht in den Schoß fallen und nicht Jeder automatisch ein Gewinner ist. Um zu einem Gewinner aufzusteigen, gilt es erst einmal sich dem allgemeinen Wettbewerb zu stellen und diverse Kämpfe auszutragen. In den Anfängen des Patriarchats war das wörtlich zu verstehen. Eine entsprechende Herkunft hat auch schon immer diese Form des Anerkennungskampfes erleichtert. Aber am Ende sind Triumphzüge trotzdem selten genug. So mancher Knabe fängt zwar bereits bei der Geburt recht weit oben auf der Hierarchieleiter an, doch das ist keine Garantie am Ende zu den Gewinner der Gesellschaft zu gehören. Das Zeitalter der Väter, der Macht gewohnten Patriarchen, scheint sich ohnehin immer mehr aufzulösen, aber nicht etwa um den nun gleichberechtigten Müttern (Frauen) Platz zu machen. Eher sehen wir uns heute den geld- und statusgierigen Brüdern in Wirtschaft und Politik gegenüber.Gelegentlich lockern ein paar angepasste Schwestern das Bild auf.

Dieser Tage ist das noch wirksame Patriarchachtssystem immer noch eine Art Konfektion für den Mann mittleren Alters (bevorzugter Typus: Einsamer Jäger), die natürlich nicht jedem passt. Auch wenn sich derzeit, da sich die ethisch/ideologische Kleiderordnung von 'Mann' zu 'Mensch' erweitert hat, sogar Frauen in diese Kostümierung schlüpfen dürfen und sich unter bestimmten Umständen auch zeitweise gut darin bewegen, ist es doch immer noch vom Grundansatz her ein maskuliner Anzug.

Wirkliches weibliches Sein und weibliche Werte finden nur schwer Einlass in Männerbünde. Der Kampf, manchmal um jeden Preis, der auf die Niederlage der Gegner und den eigenen Sieg zielt, ist nicht wirklich ein Frauending. Obwohl auch da unser Schulsystem so früh wie möglich Mädchen und Jungen in einen ungesunden Wettbewerb zwingt und Konsens und Miteinander vergessen lässt. Dass Frauen immer noch nicht die Chefetagen stürmen, liegt nicht nur an der sogenannten gläsernen Decke, sondern auch daran, dass Frauen dem System hilflos (...was soll das Ganze?), kritisch (...wozu soll das Gerangel gut sein?) oder unwillig (...ach nee, das will ich nicht!) gegenüber stehen. Sich im Wettbewerb unter Einhaltung der Hierarchieregeln nach oben zu kämpfen ist für so manche Frau keine Option und eine verdammte Zeitverschwendung. Als Mütter haben wir eigentlich sowieso was anderes, etwas Besseres, zu tun.

Bleibt also nach wie vor die Frage: Wie können wir die Gesellschaft heilen und was kommt nach der Patriarchose? Bisher wollte ja keiner in die Steinzeit zurück. Und selbst wenn sich auch hier gerade neue Einsichten bilden, hat trotzdem fast jeder Angst die bequeme Moderen zu verlieren. Übersehen wird dabei ständig, dass wir nicht das steinzeitliche Know-how zurück holen wollen, sondern die sozialen Bedingungen unter denen unsere Ahninnen lebten und zu 'Menschen' wurden - unser naturgemäßes und artgerechtes Sein. Und das wäre, schon allen Kindern zuliebe, wirklich wünschenswert.

Hier begegnen mir allerdings immer wieder Fragen wie: "Ist das denn belegt...?" oder die Feststellung, dass wir vieles nicht wissen können, weil ja niemand von uns dabei gewesen ist und die (anerkannten) Wissenschaftler der Archäologie oder ähnlichen Disziplinen so manches völlig anders darstellt. Ich bin allerdings der Meinung, dass wir, als aufmerksames Individuum, viel mehr wissen, als nur die Faktenhäppchen, die uns sparsam serviert und in männlich/ patriarchaler Manier auch noch vor-interpretiert werden. Dazu ein kurzer Auszug aus meinem betrachtenden Essay "Das weibliche Wissen"...

Unser Wissenserwerb geschieht von Anbeginn über unser sinnliches Sein und wird bewahrt durch die aktive menschliche Erinnerung, die immer eine kollektive Komponente ist, während wir gewohn sind, dass in unserer modernen Gesellschaft erwartet wird, dass unsere Sinne schlafen.
Unsere Ahninnen, heißt es, kamen viel herum ... sie waren als Wildbeuterinnen unterwegs. Allerdings sind sie nicht etwa nur irgendwie ziellos in der Welt herumgestreift. Sie haben die Landschaftsgebiete, in denen sie lebten und die Nahrung für die Sippe sicherstellten, oft über viele viele Genrationen durch und durch erkundet und das Wissen, das frau daraus zog, wurde nicht nur von einer Person verinnerlicht, sondern als aktive kollektive Erfahrung abgespeichert. Sie brachten Kunde davon zurück in ihre Gruppe, zu denen, die noch nicht oder nicht mehr mithalten konnten und sie legten diese in den persönlichen und vor allem in den kollektiven Erinnerungsspeichern ab - in den Hirnen aller Gemeinschaftsangehörigen. (Vergessen wir nicht: Komminikation ist weiblich!)

Alles, was sie unterwegs gesehen, geschmeckt, gerochen, gehört und gefühlt hatten gaben sie weiter. Nie kann Eine je alles allein erfahren und trotzdem verfügen wir als Individuum oft über ein sehr viel umfangreicheres Wissen. Schon weil sich das Individuum nie selbst an alle Plätze dieser Welt begeben und wenn, dann dort andere eigene Erfahrungen macht und weil wir immer viel mehr sind als ein Einzelwesen … der Mensch als Gruppenwesen tritt (als Person) mit einem umfassenden Anlagepool in die Welt und dieser Erbteil unserer Ahninnen ermöglicht(e) uns unser lebenslanges Lernen und Erinnern, das wiederum jedem Einzelwesen und der Bindungsgemeinschaft zu Gute kommt. Menschen nehmen, wie alle andere Lebewesen auch, das Wissen der sie umgebenden Umwelt auch osmotisch auf und zwar vom Anbeginn ihrer personellen Existenz. Unsere Sinne sind unsere Verbindung nach außen und zwar jeden Moment des Lebens, auch wenn einem das im Alter nicht mehr so vorkommt. In der Natur (aber auch in der von Menschenhand und -hirn geschaffenen Kultur) sind daher alle unsere Sinne von immenser Bedeutung. Das ist unsere Natur. Selbst wenn Unmassen von Ideologien, Theologien oder Patrireligionen uns weismachen wollen, dass der Mensch als eine Art beseelte Schöpfung kreiert wurde bzw. eine (natur)unabhängige Seele hat.

Wenn wir allerdings auf eine Art Beseelung bestehen, dann wäre das für mich der Kollektivgeist den wir in uns tragen. Die gespeicherten Erfahrungswerte unserer Vorfahren, zu denen auch all unsere Vorgängerarten gehören. Unser erstaunliches und scheinbar autarkes Wissen ist keine Einzelleistung des Individuums, auch wenn das manche gern hätten. Es gibt imho kein Wissen und keine Erleuchtung oder große Vision deren Grundlagen nicht ohnehin ständig kollektiv neu angelegt, vervollkommnte und individuell variiert wird ... wir mixen nur aus allem, was wir in uns tragen (was bereits durch die langen Verkettungungen zwischen dem Potiential unserer Vorfahrinnen grundgelegt wurde) und dem was wir im Laufe unseres Lebens dazu erworben haben ein ständig neues Bild von der Welt und ihren Möglichkeiten und zwar seit dem Moment, in dem wir eine winzige Anlage zur Eizelle waren. Unser persönliches Wissen um die Welt, in die wir hineingeboren wurden, gipfelt darin ein einzigartiges Individuum einer bestimmten Spezies zu sein - aber ohne alle Anderen vor uns und diejenigen, die bis heute unsere Nähegemeinschaft bilden, sind wir eben auch nur der berühmte Flügelschlag des Schmetterling im Fluss der Zeit.

Als soziales Wesen haben wir uns auch Regeln des Zusammenlebens geschaffen. Der grundlegende Automatismus war und ist: das Wohl der Gemeinschaft und somit des Individuums, denn das wiederum garantierte den, über den Selbsterhalt hinausgehenden, Arterhalt.

Vergessen wir die angebliche Bedeutung von Unterrichtsstunden oder Lehrbüchern, sie sind nur ein aufgesetzter Teil der gesamten Lernerfahrung unseres Daseins. Entscheidend ist dagegen immer die innige, die intensive und wohlwollende Nähe der Fürsorgegemeinschaft in die einst das Menschenkind hineingeboren wurden und auch heute noch wird. Die aus (bevorzugt konsanguinen) Angehörigen bestehende Fürsorgegemeinschaft ist der Lebensschlüssel unseres Menschseins seit der Zeit, da sich die Spezies Mensch zu formen begann.
Leider ist es heute in unserer westlichen Kultur mit einer fürsorgenden Nähegemeinschaft nicht so weit her, besteht sie doch für das heutige Kind nur aus der Kleinfamilie. Und diese wiederum besteht bevorzugt aus einem maximal zwei erwachsenen Menschen und einem Haufen fremder und oft gleichgültiger Miterzieher. Wenn wir also wieder an das natürliche soziale Gefüge unserer Ahninnen, die Matrifokalität, anknüpfen würden, könnten wir in eine Art aktuellem Feldversuch so manche Theorie belegen. Eine gründliche Trennung von all den patriarchösen und somit schädlichen Konditionierungen wäre dabei allerdings eine Voraussetzung...



* und sollte euch das Alles schon wieder bekannt vorkommen, diesen Text habe ich aus verschieden Kommentaren und Statements meinerseits zusammengeklöppelt...


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17 Mai 2015

eine glückliche Julia...

Die Geschichte einer Geschichte, ihr Inhalt, ihre Moral und die Energie, die sie trägt, war einst das weibliche Element, die Essenz der Erzählung, die lehrreiche und unterhaltsame Kunde, die überliefert wurde. Diese Form der kommunikativen Weitergabe ist uralt und spiegelt unser ureigenstes menschliches Wesen.
Die Kunstfertigkeit der Sprache, das Jonglieren mit Worten, der Schliff und die Vielfalt der Metaphern sind heute vor allem den männlich geprägten Strukturen der literarischen Art von Kommunikation unterworfen.
Die menschliche Verständigung, die sich immer weniger in der mündlichen Weitergabe ausdrückt, verkümmert und verstummt mehr denn je zugunsten des Schreibens und Lesens. Die Schrift ist der Träger und eine der Abarten der Literatur ist das Umsetzen in (bewegliche) Bilder und vorgefertigten Texten für alle, die nicht (nur) lesen wollen oder auf echten verbalen Austausch verzichten (müssen), aber sich nach Menschenart nach lebendiger Unterhaltung sehnen.
Eine Handvoll Grundideen beherrschen die Kunst des Unterhaltens, die inzwischen nur zu oft, die Aussage einer Geschichte zu einem beliebig häufigen Abklatsch verkommen lässt und bis zum Erbrechen variiert wird. Eine endlose Reihe wohl formulierter Rechtfertigungen für das Übel in der Welt und die Festschreibung dessen – gewalttätiges Heldentum, verwehrte Liebe und die Kontrolle der Frau, sinnlose Lebensgefahr und Kampf gegen einen unnatürlichen Tod und das obligate Happyend ohne dabei ein wirklich glückliches Ende zu verkünden. 

Denn das Leben und das Berichten darüber, ist wie wir wissen, eine Unendliche Geschichte. Das Schicksal eines Individuum wird uns immer auch berühren und Beispiel geben. Deshalb wäre es nicht verkehrt uns die Vorbilder für unsere Stories, die ein unbestimmtes Publikum erreichen, etwas sorgfältiger auszuwählen. Die Spiegelung des bestehenden Sozialgefüges und unserer Kulturen sind dabei von besonderer Bedeutung. Sie zeigen einerseits den Ist-Zustand und gleichzeitig liefern sie Vorlagen für künftiges Verhalten. 
Seit es patriarchale Verhältnisse gibt werden diesen millionenfach variiert und dabei immer wieder etabliert und moralisch festgeschrieben. So ist die Literatur ist voll von unglücklichen Liebesgeschichten. Sie sind alle mehr oder weniger Spielarten von Romeo und Julia – das Beispiel der unerfüllten Liebe, die sogar im frühen Tod endet und deren glückliche Erfüllung stets an widrigen gesellschaftlichen Umständen scheitert. Dabei ist es gleich ob das Hindernis in unüberbrückbaren Ideologien, unterschiedlichen Ethnien oder verfeindeten Elternhäuser besteht oder einer der beiden ein Vampir ist. Die unerfüllte, die unmögliche, Liebe ist nach den Gesetzen der Romantik die einzig wahre, große Liebe und nur über die lohnt es sich zu schreiben. Auch das scheint ein ehernes Gesetz, ein literarisches Dogma zu sein. Wer möchte schon einen banalen Tatsachenbericht lesen? Wie beispielsweise: Romeo trifft Julia … sie sehen sich, sie verlieben sich, sie begehren sich ... sie finden zueinander ... sie sind glücklich ... und ihre, sich seit Zeiten schon immer gut verstehenden Angehörigen sind ebenfalls darüber sehr glücklich … sie feiern gemeinsam ein Fest … nach vielen Festen trifft Romeo Felicia und Julia trifft Enzio … sie sehen sich … sie verlieben sich … sie sind glücklich … die Welt verzichtet gern auf mehrfaches Leiden und bedauert nicht um eine Tragödie ärmer zu sein … das Glück der Liebenden jedoch schreibt sich fort und fort...

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11 April 2015

...das wollte ich schon immer mal loswerden...

... es ist der Wahnsinn, dass all die Männer, welche sich des überdeutlich vorhandenen und angewendeten Bedrohungspotential der patriarchösen Gewaltspirale zwar bewusst sind und sogar inzwischen versuchen sich dem entgegen zustellen, dabei doch deren Ursachen außer Acht lassen. Es ist eine Art Insider-Spiel unter Männern. Dabei wird die maskulin performte gesellschaftliche Zwangslage die unsere Welt beherrscht als natürlich entstandenes Menschenproblem geschildert und dabei völlig bedenkenlos und schmerzfrei  die weibliche Hälfte der Menschenexistenz ausgeblendet (zeitlich und räumlich) und zwar sowohl als biologische Komponente des Menschsein wie auch in ihrem kulturellen, gesellschaftlichen, politischen und individuellen Status.
Religiöse Konfessionen als politische Konzepte (und hier ist auch die Missionierung zu finden) sind Teil des patriarchalen Gesellschaftssystems und das ist gleichzusetzen mit dem hierarchischen gewaltbasierten Herrschaftskonzept. Die gewaltsame Machtnahme von Männergruppierungen, die ihr Selbst kultivier(t)en und verteidig(t)en ist der Ausgangspunkt und Auslöser der Flächendeckenden Gewalt, die ab sofort die kulturelle Entwicklung der Menschengemeinschaften bestimmte. Sich Privilegien aneignen und gleichzeitig prinzipiell die Frau, aber auch den unterlegenen Mann zu unterwerfen sowie in einem Sklaven- oder Geiselstatus zu halten, gehört zur Vorgehensweise der patriarchalen Machtausübung.
Die benötigten Verbündeten und die an den Privilegien teilhabenden (Waffen)Brüdern (was gelegentlich auch auf eine Schwester oder Gefährtin ausgeweitet wurde), werden durch entsprechend kreierte Ideologien untermauert. Hier kommt die ebenfalls hierarchische strukturierte Götterwelt oder gar der monotheistische Gott als Sinn- und Taktgeber der Vatergesellschaft zum Tragen. Mit der Erfindung der (Vater)Götter wird das bisherige allegorische Mutterbild der gebenden Natur abgelöst. Die prinzipiell Leben gebende und erhaltende Mutter weicht dem zerstörerischen Vatergott. Der angeblich schöpferische Akt der Vatergötter (wie auch in der Genesis niedergelegt) ist nur eine Okkupation des bereits durch Jahrtausende bestehende Mutterprinzips. Die ideelle Assimilation dieses Prinzips und die Übertragung der natürlichen matrilinearen Seinsart auf eine ideologisch gestützte und mit Gewaltstrukturen durchgesetzte Patrilinearität, sprengte nach und nach die ursprüngliche und generativ angelegte Fürsorgegemeinschaft – die Muttersippe. 



02 April 2015

Amoklauf - eine anerkannte Abart des Heldentums...

... was in der Vergangenheit den legendären Berserker ausmachte, ist der rauschhafte Wahn, in den er sich hineinversetzt um, ohne auf seinen Eigenschutz zu achten, in eine Art Raserei zu verfallen und um so massenhaft (anonyme) Gegner niederzumähen. Solch eine Verhaltensweise ist auch heute noch eine anerkannte Form der Menschenschlächterei, wenn auch weniger direkt, aber dafür um so mehr virtuell.
Männliche Kampftechniken, die über patriarchale Zeiten hinweg entwickelt wurden, um Feinde zu vernichten, erforderten einst vor allem den persönlichen Einsatz des Kämpfenden. Welcher Feind auch immer, er ist vor allem erst einmal eine grundsätzliche Bedrohung des maskulinen Selbsterhaltes. Eine Strategie, die sich zum (männlichen) Muster verfestigt hat, scheint es zu sein, einem schädlichen Angriff zuvorzukommen, nach dem Motto: Angriff ist die beste Verteidigung. Das kann in gefühlt aussichtsloser Lage dazu führen, dass sich der Mann willentlich in den Tod stürzt und dabei so viele Gegner wie möglich mitnimmt. Auch das ist immer noch eine durchaus anerkannte Form doch das Treppchen zum Heldenruhm zu erklimmen. Jeder Selbstmordattentäter oder Amokläufer sitzt dieser Fehleinschätzung auf. Denn in der Regel sind seine abstrakt kreierten (oder von anderen gesteuerten) Ziele ideologische Konstrukte, die sich mit einem Helden, als humanes Vorbild, kaum vereinbaren lassen.
Der oft vorgeschobene Schutz des Lebens trifft, weder bei Kriegshandlungen noch bei Revolutionen, auf die anwesenden Opfer zu, sondern ist eher einem in die Zukunft verlagerten Ideal gewidmet. Das eigene Leben zu opfern und auch einen erklecklichen Anteil des Feindes mitzureißen, wird in entsprechendem Umfeld als selbstlose Tat gepriesen und dient dort der Rechtfertigung diverser Gewalthandlungen.
Kommt allerdings eine aus Kränkung entstandene egomanische Verschiebung hinzu, dann kann der Mann auch auf eigne Rechnung der Welt den Krieg erklären. Groll, Hass, Rachegelüste und Ablehnungsschmerz provozieren dann einen ähnlichen Tatverlauf und die mit in den Tod gestürzten Opfer sind meist eher zufällig und somit kein direkter Feind.

Und so gibt es imho zwei Merkmale der männlichen zerstörerischen Aggression. Zum einen den direkten und kollektiven Kampf der Männer untereinander (z.B. als kriegerische Auseinandersetzung - die gesellschaftlich forcierte Form des ausgearteten Wettbewerbs), bei dem es, überhöht betrachtet, immer um Leben oder Tod geht und bei dem durch die Jahrtausende hindurch die geschädigte Frau und die angerichtete Zerstörung als Kollateralschaden in Kauf genommen wird.
Und zum anderen haben wir den persönlichen Kampf eines Mannes gegen die anonyme Gesellschaft, die es in seiner Kindheit vielleicht verabsäumte ihn psychisch angemessen zu integrieren und ihm so die Frustration einer sich wiederholenden Ablehnung zumutete. Auch dabei wird das weibliche Opfer der Gewalttat nur als gerechte Vergeltung der erlittenen Kränkung gesehen, also als Synonym für die vorenthaltene soziale Anerkennung.
Wo allerdings krankhaftes Verhalten eines Einzelnen der Auslöser diverser Katastrophen ist, ergibt sich auch immer aus dem Einzelfall. Das Fundament all dieser Probleme bleibt jedoch nach wie vor die patriarchale Grundierung unserer Gesellschaftskultur.
Männer wollen andere Männer beeindrucken - auch Frauen, aber vor allem die anderen Männer. Der heranwachsende jugendliche Mann möchte als solcher, aber auch als Persönlichkeit, wahrgenommen werden. Leider sind in unserer Leitkultur die Vorbilder für ihn nach wie vor gewaltverbrämt. Die direkte (körperlich angewendete) Gewalt ist zwar aus der Praxis der Erziehung und dem allgemeinen, alltäglichen Kontakt miteinander, zugunsten eines wahrnehmenden und koexistierenden Umgang gewichen, aber dafür ist sie in einem nicht unerheblichen Maße als dauernde virtuelle Parallelwelt vorhanden. In ihr darf das männliche Kind und der erwachsene Mann alles ausleben, von dem er naturgemäßerweise ursprünglich nichts wusste, vor allem nicht, dass die anonyme Gesellschaft einen Hang zur Gewalt per se von ihm erwartet.
Das systematische Abschalten der gefühlvollen Eigenwahrnehmung und der natürlichen Empathie durch ein kulturell forciertes Konkurrenzgebahren und eine Art sich ständig steigerndem Grausamkeitstraining, können wir schon im Programm eines jeden Kinderkanals beobachten.
Das ebenfalls davor sitzende Mädchen lernt dabei auch was und zwar was sie schlimmstenfalls von der Männerwelt erwarten kann. Der Junge, was von ihm schlimmstenfalls erwartet wird zu tun. Die Botschaften sind jeweils altersgerecht verpackt und anfangs noch unterschwellig. 
Dem zukünftige Mann wird hier auf kindgerechte Art die Generalerlaubnis erteilt sich nach Lust und Laune oder Bedarf als potentieller Gewalttäter zu profilieren. In teilweise erschreckend exzessiver Weise werden in Fernsehen, Filmen, Computerspielen und Literatur Gefühlskälte, Rücksichtlosigkeit und Gewaltbereitschaft vorgeben. Sowohl als Grundhaltung des Helden als auch bei seinen Gegnern.
Wenn der junge Co-Pilot tatsächlich sich und 149 Menschen in der Tod gerissen hat, dann kann imho diese Tat auch als ein Amoklauf eingeordnet werden. Unvorstellbar grausam, aber eben auch nicht unerklärlich.
Vielleicht sollten alle kleinen Jungen mit dem Kodex sozialisiert werden: Tu was du willst, aber schade niemand...

13 März 2015

Alltag ...

übersetzt mir der Googleübersetzer (ja ich kann immer noch kein englisch) mit 'everyday life' ... endlich mal ein deutsches Wort, das gegenüber dem englischen kurz und knackig ist... find ich cool...

06 Februar 2015

...gibt es ein gleich?

.. sehr gern lese ich die fundierten Artikel von Hannelore Vonier, die sie auf ihrer Seite "Rette sich wer kann" publiziert. Zu ihrem letzten Beitrag stellte ich einen Kommentar ein, den ich hier wiederholen möchte. Es geht um den Dauerbrenner: Gleichberechtigung, Gleichbehandlung und der manchmal auch unnötigen Gleichmacherei. Sehr lesenswert, besonders wenn es um die Töchter geht. Trotzdem dachte ich, dass wir über einige Vorstellungen doch schon hinaus sein müssten ...

…. auch ich denke, dass wir in vieler Hinsicht über die (feministischen) Klagen, dass Mädchen und Jungen “ungleich” behandelt werden, längst hinaus sind. Denn mehr denn je hat sich die Geschlechtergleichmacherei als Trugschluss und erneute Falle erwiesen. Maiden und Buben kann man weder gleich noch ungleich machen… sie sind sowieso verschieden. 

Jedes Individuum ist ein Unikat und weist mit anderen Mitgliedern seiner Spezies eine unterschiedlich große Schnittmenge an Gemeinsamkeiten und Ähnlichkeiten auf. Wir haben als Kind entweder das gleiche Geschlecht wie die Mutter oder der Vater und darüber hinaus sind manchmal manche Menschen eine nicht eindeutig zu bestimmende Spielart der Natur. Wir erben die Hautfarbe und vielleicht eine robuste oder zarte Konstitution. Wir haben mit etwas Glück das Lächeln und das Backtalent der Großmutter oder die Augenfarbe und die praktische Art der Mutter geerbt oder die Musikalität des Vaters und mancher Junge später das schüttere Haar des Großvaters (mütterlicherseits). Der Mensch ist (wie jedes andere Lebewesen) innerhalb seiner Art überaus ähnlich und ebenso verschieden und darüber hinaus immer einzigartig.

Und wenn wir als Mädchen auf die Welt kommen, haben wir ein Recht darauf als ein solches gesehen und entsprechend in die Welt begleitet zu werden. Damit wir immer sein können, was wir sind und eines Tages, gestützt auf unsere Fähigkeiten und Begabungen, unser erwachsenes Leben gestalten. Das Gleiche gilt für Jungs und alle anderen, die ihr Geschlecht anders empfinden.

Es ist eine Unsitte unserer Zeit das Geschlecht der Kinder ignorieren zu wollen. Auch schon vor fünfzig Jahren war es en vogue den Kindern gleichermaßen Puppen und Autos zum Spielen anzubieten, damit eben diese krasse Rollentrennung zwischen Frauen und Männer endlich mal ein Ende nimmt. Nach Simone de Beauvoir wussten alle, dass die Frau nicht geboren, sondern (dazu) gemacht wird. Ein Slogan der heute noch in den Köpfen spukt und zu vielen neuen Missverständnissen führt(e). Denn nicht das naturgemäße Geschlecht ist das Problem (was manche bis heute glauben), sondern wir wissen schon längst, dass die männererdachte, aber trotzdem um so intensiver beschworenen „Minderwertigkeit der Frau“ ein gesellschaftliches Ideologiegebilde ist.

Das biologische Geschlecht ist eine Tatsache. Und ja es gibt deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Mal abgesehen von den äußeren und inneren Primärmerkmalen steuern die Hormone bei Frau und Mann sehr verschiedene körperliche Prozesse und dem ist schon beim Kind Rechnung zu tragen. Die Rollenbilder der Geschlechter in der Gesellschaft, auch Gender genannt, sind ein kulturelles Konstrukt und ebnen obendrein die Individualität ein.

So ist Muttersein eine naturgemäße, biologische Tatsache mit einer immanenten Bedeutung und kein weibliches Opfer an die männliche Herrschaft oder die Strafe eines monotheistischen Gottes oder ähnlicher Unfug. Eltern, ja und auch Mütter, die ihre Bübchen bevorzugt aufziehen, haben den Sinn des Lebens nicht verstanden. Und aus Töchter patriarchatskonforme Weibchen zu “machen” ist mindestens ein Vergehen gegen die Menschlichkeit. Daher hat mir in dem Artikel am besten die Frage gefallen: “Wie reagieren Töchter auf diesen ganzen Müll, der hier über sie hereinbricht?”

Und in meiner Alltagspraxis als Großmutter von 11 Enkeltöchter frage ich mich das täglich, aber stets auch alle anderen. Ich denke Eltern, respektive Mütter, sollten sich schon darüber im Klaren sein, dass es nicht egal ist, ob sie eine Tochter oder einen Sohn aufziehen und mit "gleich machen" kommen wir auf gar keinen Fall weiter. Es gilt die individuelle Persönlichkeit des Kindes anzunehmen und das beinhaltet natürlich auch die Beachtung seines Geschlechtes.